Diskussionforum der SPD: Tourismus in Bad Dürkheim

Tourismus in Bad Dürkheim - „Was passt zwischen Wald und Reben?

Zu diesem Thema hatte die SPD in die Brunnenhalle eingeladen. Dazu hatte man einen ausgewiesenen Experten, Prof. Dr. Knut Scherhag vom Fachbereich Touristik der Hochschule Worms als Referenten eingeladen.

Es war die dritte Veranstaltung der Sozialdemokraten der Reihe „Unsere Stadt für morgen gestalten“. Professor Scherhag betonte, dass es für einen Tourismusort Alleinstellungsmerkmale gefunden uns dann vermarktet werden müssten. Dies „Pfunde“ sollen dann Eingang in das Bewusstsein der interessierten Menschen gelangen. Für Rheinland-Pfalz generell  könnte der Begriff „Wein- und Kulturlandschaft“ positive Effekte erzielen, so Scherhag. In Bad Dürkheim sieht Scherhag, der sich dem Thema wissenschaftlich widmete, in Faktoren wie Klima, Naturdenkmäler, Kurpark oder Saline großes Potenzial. „Zu den touristischen Angebotskriterien gehören aber auch Begriffe wie Tradition oder Gastfreundschaft.“ Von großer Bedeutung, so der Professor, sei das Zusammenbringen aller Akteure der Stadt, die im Tourismus tätig sind. „Die Kooperationsfähigkeit dieser Partner ist ein ganz wichtiger Punkt für die Entwicklung einer Marke wie Bad Dürkheim“, betonte Knut Scherhag. Man müsse miteinander reden, Gemeinsamkeiten finden und zusammen Angebote schaffen. Wichtig sei auch, dass die Angebotspalette digitalisiert ist, dass Touristen verschiedene Medien, auch Smartphones, als Information nutzen können. „Hinter einer Marke muss eine Struktur stehen“, unterstrich der Experte. Strategische Führung sei unerlässlich. Auch die Unterstützung der Bevölkerung trage zu einer positiven Vermarktung bei. Der Bad Dürkheimer SPD-Landtagsabgeordnete Manfred Geis freute sich, dass sich zu der Veranstaltung auch Gewerbetreibende und Hoteliers eingefunden hatten. „Der Tourismus ist aktuell im Landtag eine große Thematik“, informierte er. So habe man eine „Tourismus-Strategie 2025“ entwickelt. Geis forderte schließlich die Bürger auf, sich aktiv an der Stadtgestaltung in Bad Dürkheim einzubringen.

In den Diskussionen und während der Arbeit an den Pin-Wänden wurde deutlich, dass sich einige Teilnehmer bereits konkretere Vorschläge aus Expertenmund gewünscht hatten. Doch der unique selling point (USP), das Alleinstellungsmerkmal, lässt sich nicht einfach finden. „Er polarisiert in der Regel“, warnte Scherhag. Und so war es dann auch nicht überraschend, dass der Wissenschaftler nicht alle Vorstellung der Teilnehmer befürwortete. Er kommentierte die Forderung, keine weiteren Luxushotels in der Stadt zuzulassen, mit dem Hinweis, dass durch Hotelangebote mit spezieller Konzeption unterschiedliche Klientel angesprochen werden können. „Glauben Sie nicht, Sie hätten bereits genug." Das war gleichzeitig aber auch der Hinweis, Unterkünfte für Familien und Gruppen anzubieten. Christoph Glogger dem die Aufgabe zufiel, die Themenvielfalt der Pin-Wände zusammenzufassen, bestätigte diesen Bedarf mit der Bewertung, dass sich die Teilnehmer häufig zu Aktivitäten im Wald geäußert haben. Übernachtungsmöglichkeit in Baumhäusern, Kontemplationswald, Baumkletterpfand, gute Beschilderung der Wege waren die Stichwörter. Als es um die gute Anbindung der Attraktionen an den Verbund des öffentlichen Personennahverkehrs ging, überraschte Scherhag mit der Erfahrung, dass dies gerade junge Menschen diesem „Sicherheitsaspekt“ große Wichtigkeit geben. „Sie wollen an möglichst vielen Punkten einer Strecke beginnen und aussteigen können.“ Ebenso pragmatisch wie auch das Wohlgefühl steigernd war der Vorschlag, den Verbindungsweg durch den Kurgarten zwischen Wurstmarktplatz und Ludwigsplatz mit weihnachtlicher Dekoration und Beleuchtung zu besäumen. Am Ende gab der Referent in der Diskussion mit Glogger noch zu bedenken, dass die Pfalzcard für Tagesgäste weniger reizvoll ist als für Übernachtungsgäste. Eine Saisonkarte könnte für diesen Kundenkreis eine bessere Alternative sein.